Schüler sind bei der Kitzrettung online dabei

Datum: 16. Juli 2020


Save the Kitz

Im Rahmen von "Save the Kitz" bauen Schülerinnen und Schüler einen Solarflieger sowie Drohnen mit Wärmebildkamera, um Rehkitze während der Mähsaison auf den Feldern vor dem sicheren Tod zu retten.



Rehkitze haben keinen Fluchtreflex und werden in der Mähsaison von den Mähwerken erfasst und getötet, wenn sie nicht aus der Wiese gebracht werden. 15 Schülerinnen und Schüler des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums (EKG) in Lemgo hatten das ganze Schuljahr daran gearbeitet, Drohnen mit Wärmebildbildkameras zu entwickeln und zu bauen, um Rehkitze in der Wiese zu finden. Dies geschah innerhalb einer Technik-AG, nach dem Unterricht und teilweise auch am Wochenende. Mit Beginn der Coronakrise und der Schulschließung musste diese Arbeit eingestellt werden.

Dr. Daniel Muschiol, Lehrer am EKG und Leiter des Projekts, erklärt: „Wir haben es noch geschafft, fünf Drohnen fertig zu stellen und mit vielen ehrenamtlichen Helfern die Kitzrettung zu starten. Allerdings konnten die Schülerinnen und Schüler wegen der Einhaltung der Hygieneregeln nicht mehr dabei sein. Das war sehr schade, denn diese Jugendlichen haben sich im Projekt außerordentlich engagiert und dabei auch viel ihrer Freizeit geopfert. Dann hatten wir die Idee, die Kitzrettung live über das Internet zu übertragen.“

„Mit unserer Lernplattform hatten wir in der Coronakrise einiges an Erfahrung in den Bereichen Live-Übertragung über das Internet sammeln können. Die Idee der Kitzrettung online hatte schon am Anfang sehr viel Charme, auch weil die Schülerinnen und Schüler der abgebrochenen AG wieder eingebunden werden konnten. So haben wir kurzfristig einen „geschützten Raum“ für das Projekt zur Verfügung stellen können. Die ehemaligen Schüler Nils Lüpke und Julien Seck erklärten sich bereit, Kamera und Regie zu übernehmen. So konnten wir ab 04.00 Uhr morgens zwei Streams, einmal Wärmebild und einmal Livebild, zur Verfügung stellen. Die Schülerinnen und Schüler waren so live dabei und konnten mehrfach sehen, wie Kitze gefunden und gerettet wurden. Das war schon ein tolles Erlebnis, wenn auch manche Augen zu dieser Uhrzeit etwas müde dreinschauten“, fügt Thomas Mahlmann vom zdi-Zentrum Lippe.MINT hinzu.

Im Projekt „Save the Kitz“ wurden in der Mähsaison 2020 vom 03.05.2020 bis zum 25.06.2020 an 39 Tagen Rettungseinsätze geflogen. Dabei waren an manchen Tagen sechs Teams mit bis zu 22 Rettern parallel im Einsatz. Es wurden 1702 Hektar lippisches Grünland abgesucht. Dies entspricht einer Fläche von 2383 Fußballfeldern! Die Drohnen haben dabei eine Strecke von 1043 km zurückgelegt und waren dabei über 85 Stunden in der Luft. Die Teams von „Save the Kitz“ haben 253 Rehkitze vor dem sicheren Mähtod gerettet.

(Text und Foto: Lippe Bildung eG)